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Frei geformt oder gedreht an der Töpferscheibe

Gefäße gehören von Anfang an zu meiner keramischen Arbeit. Diese Sammlung gibt Einblick in verschiedene Bereiche meiner Studiokeramik, darunter auch die aktuellen Stücke. Alle Gefäße sind in meinem Atelier in Hamburg-Eimsbüttel entstanden. Ich fertige sie selbst von Grund auf - vom Gestalten des Tons bis zur Glasur. Dabei bewege ich mich im Spannungsfeld von Gebrauch, Form und Experiment. 

Aktuelles, das Ihr so oder ähnlich in meinem Atellier findet oder auch in meinem Etsy-Shop 
https://www.etsy.com/de/shop/urtekeramik

Etwas rustikaler... Ich liebe ausdrucksstarke Glasuren!

Daumenschalen | pinchpots | Fingerschalen: Ein Bild von Ruhe

Daumenschalen aus Ton sind die ursprünglichsten und eigensten Gefäße, die ich kenne. Ich liebe diese „pinch pots“, seit ich vor über 40 Jahren zum ersten Mal Ton in Händen hatte. Mit nichts als Erde, Händen und Zeit erwächst ein Gefäß ganz unmittelbar aus vielen kleinen Bewegungen. All die Ruhe und Hingabe, die in diese Töpfe einfließen, kommen in der gebrannten Schale zum Ausdruck. Das Formen nimmt seinen Anfang mit einer Kugel aus Ton, in die ich meinen Daumen drücke. Für jede meiner Schalen wähle ich den Ton sorgsam aus: er kann fein, grob, hell, natürlich, mit und ohne Spots sein. Entsprechend vielfältig sind später meine Möglichkeiten, mit Farben und Glasuren zu spielen. Danach weite ich die Höhlung: Daumen und Finger wandern gleichmäßig drückend und streichend über den Ton. So wird die Schale allmählich größer und dünnwandiger, bis sie sich angenehm gerundet in meine Hände schmiegt. Den Rand befeuchte ich von Zeit zu Zeit und streiche ihn glatt. Manche der Schalen sind archaisch roh und haben Gewicht, andere sind glatt und zart wie eine Eierschale. Alle haben einen Schwerpunkt, in dem sie sich auspendeln. In meinen Workshops nutze ich diese Technik, um anderen auf einfache und direkte Weise den Zugang zum Material Ton zu ermöglichen. Immer wieder beobachte ich mit neuem Staunen, wie jede Person ihrem Gefäß eine eigene Handschrift verleiht. PS: Daumenschalen kannst du in meinem Etsy-Shop kaufen – oder du lernst in einem meiner Workshops, wie du sie selbst herstellst.

zart gedreht, mit grafischen Mustern filigran bemalt, und reichlich Gold...

(aktuell leider nicht verfügbar)

Illustrierte Keramik: ein Projekt mit der Hamburger Illustratorin Stefanie Harjes (1997)

Illustrierte Keramik (Text Urte Reisgies 1997) Illustrierte Keramik ist ein Gemeinschaftsprodukt einer Keramikerin und einer llustratorin. Die Geschirrkollektion umfaßt kaiserliche Kaffeetassen, königliche Kekskummen, Elchkelche und Froschprinzenschalen, Königs-und Zwergenteller, Ferde- und Hirschbecher (hirschhornsalzgeeignet), dolle Dosen ohne Rosen, Nasen-Hasen-Vasen, sowie gar tobsüchtige Teeschälchen. Sie werden sehen, geneigter Leser, die Gefäße werden sich dem Gebrauch nicht verschließen, ja sie verlangen geradezu danach, einen festen Platz an Ihrem Küchentisch zu finden und in die klangvolle Gesellschaft von Messen und Gabeln aufgenommen zu werden. Mit Ausnahme des alternden Kelches Incontinentia", den sehr zu unserem Bedauern das Schicksal trifft, mit einem Loch geschaffen zu sein, sind alle Gefäße absolut dicht, diskret, leichtfüßig, wohlgerundet und ebenso wohlgerundeten Lippen gefühlvoll zugetan. Auch die Figuren selbst können sich über Form und Ausgewogenheit der Gefäße nicht beklagen: niemand muß sich durch allzu enge Öffnungen quälen, kein Weg von Innen nach Außen ist versperrt durch garstige Kanten und schräge Ränder. Jedoch - unaufmerksam werden sollten Sie nicht! Die kaiserlichen Kaffeetassen z.B. erwarten Ihre allmorgendliche Aufwartung. Wozu sonst erscheinen sie Ihnen Tag für Tag in neuem Lichte, zupfen liebevoll und sorgfältig ein weiteres Detail zurecht! Nicht alles ist Gold, was glänzt, doch seien Sie versichert, Irma la Douce poliert das Duncan'sche Gold ihrer Juwelen täglich, um Sie zu erfreuen. Gönnen Sie sich das Gefühl, heute ein König zu sein! Und noch ein Hinweis: Hüten Sie sich, etwas anderes als Tee in die Teeschälchen zu füllen, die nicht grundlos das Attribut tobsüchtig tragen. Sie sind kapriziös! Der „Königliche Teefuchs“ z.B. soll schon so manchem aus ihm Kaffee Schlürfenden die Nase zerbissen haben. Die Folgen von Teefuchstollheit sind uns allen ja hinreichend bekannt. Natürlich ist es nicht unser Bestreben, Sie zu verunsichern: Der Titel Ihres Gefäßes wird Ihnen hinreichend Aufschluß geben über die Gestalten, die Sie zu Ihren neuen Hausgenossen erwählt haben.

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