
30+ Jahre Keramik-Atelier
Hamburg · Eimsbüttel
Urte Reisgies
Geboren 1960 in Lingen an der Ems.
Ton ist mein Medium, mein Material, mein Gegenüber seit vielen Jahren. In der Keramik finde ich meinen künstlerischen Ausdruck. Die Arbeiten bewegen sich zwischen freier Kunst und Gebrauchskeramik.
Meine künstlerische Ausbildung habe ich von 1980 bis 1988 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg erhalten – mit den Schwerpunkten Keramik, Fotografie und Architektur.
In der Keramikabteilung habe ich über weite Strecken plastisch gearbeitet. Auch das Drehen an der Scheibe war ein Aspekt meiner Ausbildung. Mich hat immer interessiert, wie Formen entstehen, wie Material reagiert und wie sich eine Idee im Arbeiten bewährt oder verändert. Diese frühe Verbindung von freier künstlerischer Arbeit und handwerklicher Präzision prägt meine Arbeit bis heute.
Seit 1993 betreibe ich mein Keramik-Atelier in Hamburg-Eimsbüttel.
Drei Jahrzehnte an einem Ort – als Werkstatt, Ausstellungsraum und Ort der Vermittlung. Das Atelier hat über die Jahre viele Veränderungen durchlaufen, ebenso wie die Straße, in der es liegt. Aus einer klassischen Einkaufsstraße wurde ein lebendiges Viertel mit Cafés und kleinen Läden. Parallel dazu hat sich auch die Wahrnehmung von Keramik verändert: weg vom verstaubten Image, hin zu einem breiten Interesse an Material, Handwerk und Gestaltung.
Im Dialog mit Ton
Unverändert ist meine Nähe zum Material.
Ton ist für mich nach wie vor eines der vollkommensten Materialien, die ich mir vorstellen kann. Er ist amorph und formbar – und zugleich eindeutig in seinen Eigenschaften. Ton lässt sich nicht beliebig behandeln. Er fordert Aufmerksamkeit, Erfahrung und Geduld. Seine Möglichkeiten erschließen sich nicht auf einmal, sondern über die Zeit.
Ein Satz von Henry David Thoreau begleitet mich seit vielen Jahren. Altmodisch im Ton, aber klar im Kern:
„Die Erde ist kein bloßes Fragment toter Geschichte, Schicht auf Schicht gelagert wie die Blätter eines Buches, das hauptsächlich von Geologen und Altertumsforschern studiert werden soll, sondern lebendige Poesie, wie die Blätter eines Baumes, welche den Blüten und Früchten voraneilen – keine fossile Erde, sondern eine lebende Erde …“
Dieses Verständnis von Material – lebendig, eigenständig, greifbar, aber nicht beliebig – ist zentral für meine Arbeit. Es gilt für meine eigenen künstlerischen Projekte ebenso wie für die Arbeit mit Euch in meinen Workshops.
Ein Teil meines künstlerischen Hintergrunds ist auch die Malerei meines Vaters (www.reinholdsmalerei.de).
Meine Arbeit ist getragen von Ausbildung, Erfahrung und kontinuierlicher Praxis.
Zugleich ist sie fest verankert im Alltag einer Werkstatt, in der Ton jeden Tag durch die Hände geht.

© Katharina Schroer 2025
Stationen meiner künstlerischen Arbeit
Klicke auf die Bilder, um mehr zu sehen.
Baden-Baden1985
Kunsthalle
Lingen 1992
begehbare Skuluptur
Vita & Ausstellungen
Urte Reisgies
1960 geboren 1980 – 1988 Studium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg Schwerpunkte: Keramik, Fotografie, Architektur KÜNSTLERISCHE PRAXIS seit 1993 eigenes Keramik-Atelier in Hamburg-Eimsbüttel individuell gestaltete Gebrauchskeramik künstlerische Projekte und Unterricht AUSSTELLUNGEN & PROJEKTE 1985 Kunsthalle Baden-Baden Annemarie- und Will-Grohmann-Stipendium (Ausstellungsbeteiligung, Katalog) 1986 „Bauen mit Lehm“, Kampnagelgelände Hamburg begehbare Großplastik 1992 „Kunstwege“, Kunstverein Lingen 1993 „Aorta“, begehbare Großplastik aus Weidengeflecht Kunstverein Lingen 1997 Einzelausstellung gedrehter Unikate „Kleine Kapelle“, Hamburg 2006 Einzelausstellungen Marienkirche Waren / Müritz Dorfkirche Speck 2007 Galerie Artjan, Borne (NL) 2013 Symposion „Das Architektonische in der Architektur“ Universität Karlsruhe Vortrag zum Thema Gefäß 2014 Kunstwerk Werkkunst, Schloss Reinbek 2015 Galeriéka, Hamburg GEGENWART In den letzten Jahren hat sich meine Arbeit – auch durch persönliche Umstände – stärker auf Workshops und die Vermittlung im Umgang mit Ton konzentriert. MITGLIEDSCHAFT Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks Hamburg




